Individuelle Förderung

Das Recht auf individuelle Förderung ist im neuen Schulgesetz erstmals festgeschrieben (§1 Abs.1). Die individuelle Förderung ist dabei nicht nur ein Aspekt unter vielen, sondern zentrale Leitidee des Unterrichts. An unserer Schule wollen wir Voraussetzungen schaffen, unter denen jeder Schüler und jede Schülerin unabhängig von seiner Herkunft seine Chancen und Begabungen möglichst optimal nutzen und entfalten kann

 Wie die Vertreter des Bildungspolitischen Symposiums NRW vom 3. Februar 2007 zum Thema „Individuelle Förderung - Was heißt das für die schulische Praxis?“ gehen auch wir von folgender Ausgangsüberlegung aus: da jedes Kind unterschiedlich ausgeprägte Begabungen und Lernvoraussetzungen hat, muss Schule versuchen, den individuellen Bedürfnissen aller Schüler und Schülerinnen gerecht zu werden. Klassen sind nicht homogen; auf dem Durchschnittsniveau der Klasse zu unterrichten, reicht somit nicht aus. Ein verstärkter Blick auf den einzelnen Schüler ist erforderlich, individuelle Förderung muss als Alltagsförderung dauerhafter Teil des Unterrichtsgeschehens sein. Damit verbunden ist auch eine Stärkung des Erziehungsauftrags.

Uns geht es dabei jedoch nicht nur um die Förderung leistungsschwacher SchülerInnen und der Orientierung an Defiziten, sondern auch darum, besondere Begabungen zu erkennen und ihnen durch entsprechende Förderangebote gerecht zu werden.

Wir wollen die Stärken unserer SchülerInnen durch Anreicherung und Herausforderung fördern, Schüler mit Lernschwierigkeiten wollen wir unterstützen und gemeinsam mit ihnen an ihren Schwächen arbeiten.

Der Wechsel von der Grundschule auf die weiterführende Schule ist für die Kinder mit folgenden Herausforderungen verbunden:

  • neue, unbekannte Klassenkameraden
  • neues, unbekanntes Gebäude
  • neue, unbekannte Lehrer
  • viele Fachlehrer statt einem Klassenlehrer
  • Ungewissheit, ob die guten Leistungen der GS sich in der weiterführenden Schule fortsetzen, eventuell sogar die Angst zu versagen

Wir wollen die SchülerInnen der Jahrgangsstufe 5 bei diesem Übergang begleiten, ihnen den Einstieg erleichtern und ihnen Ängste nehmen. Bereits vor den Sommerferien werden die neuen Sextaner zusammen mit ihren Eltern an der Goethe-Schule begrüßt. Sie lernen ihre Klassenlehrerteams sowie ihre zukünftigen Klassenkameraden kennen, und es findet ein Rundgang durch die Schule statt. Außerdem lernen sie bereits an diesem Tag ihre Paten aus der Jahrgangsstufe 9 kennen, die ihnen auch nach den Ferien stets mit Rat und Tat zur Seite stehen und ihre Schützlinge behutsam in das Schulleben einweisen werden. Die Erprobungsstufenkoordinatoren stehen in Kontakt mit den ehemaligen Grundschullehrern unserer Kinder, die auch zu Erprobungsstufenkonferenzen eingeladen werden.

Auch für die große Zahl an Quereinsteigern, die in der Jahrgangsstufe 11 bzw. EF an die Goethe-Schule kommen, wird eine umfangreiche Beratung angeboten; die Oberstufenkoordinatorin pflegt die Kooperation mit den Realschulen im Umkreis.

Wiederholer in der Sekundarstufe II werden in besonderem Maße betreut, beraten und gefördert, um sie auf dem Weg zum Abitur zu unterstützen.

Im Rahmen der Berufsvorbereitung finden Bewerbungstrainings statt und die Schule kooperiert mit der Bundesagentur für Arbeit. In den Jahrgangsstufen 9 und Q1 erhalten unsere SuS die Möglichkeit, ein Betriebspraktikum zu absolvieren, das ihnen Einblicke in die Berufswelt verschaffen soll.

Die unterrichtenden Kolleginnen und Kollegen tauschen sich möglichst häufig in Gesprächen und regelmäßig auf Klassen-, Jahrgangsstufen- und Fachkonferenzen über die Entwicklung ihrer SchülerInnen aus, um frühzeitig besonders gute Fortschritte und Leistungen, aber auch problematische Verhaltensweisen und defizitäre Leistungen zu erkennen und entsprechend zu reagieren.

Besonders guten SchülerInnen wurde in der Vergangenheit häufig eine Vorversetzung angeboten. Auch im Rahmen von G8 soll diese Möglichkeit der Akzeleration als individuelle Lösung für besonders begabte SchülerInnen nach Prüfung des Einzelfalls erhalten bleiben.

Sofern die Personallage dies erlaubt, bietet die Goethe-Schule in der Erprobungsstufe Förderunterricht in den Hauptfächern an. Die Erteilung von Ergänzungsstunden in der Sekundarstufe I richtet sich auch nach dem Förderbedarf einer Lerngruppe.  

Um auch in Vertretungsstunden Lernzeit sinnvoll nutzen zu können, wurde an der Goethe-Schule ein Vertretungskonzept für die Sekundarstufe I entwickelt. Jeder Schüler verfügt im Klassenraum über einen eigenen Freiarbeitsordner, der aktuelle Aufgaben für die Unterrichtsfächer enthält. Die Schülerinnen und Schüler können frei wählen, in welchem Bereich sie arbeiten. Dabei folgen die Schülerinnen und Schüler ihrem individuellen Lerntempo sowie ihren individuellen Neigungen. Die Selbstständigkeit und Eigenverantwortung des einzelnen Schülers wird gefördert. Auf diese Weise bildet das Vertretungskonzept Voraussetzung und Grundlage für das eigenverantwortliche Arbeiten (EVA) in der gymnasialen Oberstufe.

Mehrere Fachgruppen nutzen den Online-Service der Schulbuchverlage oder bereiten dies vor, um sich einen guten und schnellen Überblick über den Leistungsstand einer Klasse sowie eines einzelnen Schülers oder Schülerin zu verschaffen. Im Ergebnis erhalten die Lehrer einen individuellen Förderplan und empfohlene Fördermaterialien für jeden Schüler. Der im Fach Englisch zur Verfügung stehende Online-Service wurde mit dem Comenius Edu Media Siegel 2009 für hervorragende Bildungsmedien ausgezeichnet.