Auslandsaufenthalt

Auf dem Segelschiff Roald Amundsen

Einige Schüler und Schülerinnen planen in der EF einen Auslandsaufenthalt in den USA oder Neuseeland. Unsere Schülerin Judith Heumann eröffnet sich neue Horizonte auf eine ganz andere Art und Weise:

Seit Oktober 2015 segelt sie auf diesem Segelschiff, der Roald Amundsen, über die Weltenmeere. Sie meldet sich mit einem Brief an die Goethe-Schule aus Costa Rica:

Hallo Goethe-Schüler, hallo Goethe-Schülerinnen!
Hallo ihr da draußen! (Oder sollte ich lieber "Hallo ihr da zu Hause" schreiben?) Ich heiße Judith Heumann und besuche zurzeit die Q1. Ich mache gerade eine Art Auslandsjahr und wollte euch ein bisschen darüber berichten.
In groben Zügen erklärt: Die Hermann-Lietz-Schule auf Spiekeroog bietet das Projekt ,,High Seas High School” an. Jährlich haben 30 Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland die Möglichkeit, in sieben Monaten um die halbe Welt zu segeln. Höhepunkt der Reise sind die Landaufenthalte in Costa Rica und Kuba.
Anfang Oktober startete unsere Reise in Kiel, und unsere ersten Landaufenthalte waren in Ostende und in Vigo. Danach segelten wir nach Teneriffa, an einer unter Naturschutz stehenden Insel vorbei, die wir sogar besuchen durften. Auf Teneriffa bestiegen wir den Teide, den höchsten Berg Spaniens, und beobachteten den Sonnenaufgang in eisigen Temperaturen. Dann kam eine der spannendsten Etappen: die Atlantiküberquerung. Neben Delfinen konnte man auch Wale sehen. Außerdem fing der Unterricht an. In Biologie sezierten wir fliegende Fische, im Spanischunterricht lernte der Großteil der Gruppe ihre ersten spanischen Sätze für unsere Zeit in Costa Rica und Kuba. Unsere Etappe endete auf Dominica, einer Insel, die sich von Großbritannien unabhängig erklärt hat. Ihre Bewohner leben vor allem in ärmeren Verhältnissen.
Vor Kuba machten wir noch einen kleinen Zwischenstopp vor den San-Blas-Inseln in Panama. Die Inseln, die zum Teil noch unbewohnt sind und vor allem viel zu schön, um wahr zu sein, genossen wir alle.
Aber um diese schönen Länder zu erreichen, muss man als Team arbeiten, denn so ein Segelschiff segelt nicht von alleine. Im Wachbetrieb geht man nämlich pro Tag acht Stunden zur Wache. In der Zeit rudert man möglichst genau, um möglichst schnell anzukommen. Man packt Segel aus und ein und lernt, diese zu setzen oder zu bergen. Dafür überwindet man des Öfteren seine eigene Angst, denn auf bis zu 30 Meter hohen Masten (mit bis zu 20° Neigung) hochzuklettern ist auch für Menschen ohne Höhenangst anstrengend. Aber die Überwindung wird mit wunderschönen Sonnenauf- oder -untergängen belohnt.
Ich befinde mich gerade in Costa Rica. Dort lebten wir die ersten zehn Tage in dem kleinen Dorf Longo Mai. Dort bekamen wir von Einheimischen Sprachunterricht. Aber der Unterricht ist nicht so wie zu Hause, denn die Lehrer verstehen kein Deutsch, sodass man versucht sich mit Händen und Füßen zu verständigen, was erstaunlich gut klappte. Des Weiteren versuchten wir uns in den lateinamerikanischen Tänzen. Besonders wichtig ist es für uns, Einblicke in die Kultur zu bekommen; daher halfen wir einen Tag bei der Zuckerrohrernte und einen Tag bei der Kakaoernte. Abgerundet wurde unser Aufenthalt durch das Kulturfest, bei dem wir tanzten, sangen und kleinere Sketche aufführten. Die Einheimischen tanzten, sangen und führten eine kleine Zirkusshow auf.
Danach fuhren wir für eine Woche in die Tropenstation La Gamba, welche sich im Regenwald befindet. Sie wird von der Universität Wien gefördert. Dort schreiben Biologiestudenten ihre Masterarbeiten. Dort lernten wir viel über den Unterschied zwischen dem primären und dem sekundären Regenwald und über die vielen Pflanzentypen und die heimischen Tiere.
Besonders freuten wir uns auf die Expeditionen, die wir selbstständig mit einem bestimmten Budget planten. Von schnorcheln an Korallenriffen bis hin zu Ziplineing war alles dabei. Weil man so viele Möglichkeiten hatte, konnte man sich gar nicht entscheiden, was man machen sollte. Wir waren am Strand, sind Kanu gefahren und sahen Caimare und viele große Schmetterlinge und frei lebende Papageien. Außerdem waren wir in heißen Quellen schwimmen und sind mit einem Boot über einen See gefahren. Aber das Highlight war Ziplineing, dort rollt man nämlich an einem Stahlseil mehr als einen Kilometer über den Regenwald. Es ist die längste Strecke in Lateinamerika.
Kurz gesagt: Man erlebt unheimlich viel in kurzer Zeit. Man hat viele unbeschreibliche Erlebnisse, lernt unheimlich viele nette und hilfsbereite Menschen kennen und gewinnt vor allem viele neue Eindrücke von anderen Kulturen.
 
Viele sonnige Grüße aus Costa Rica
Judith Heumann

Wer mehr über dieses Segelprojekt und den Törnplan lesen möchte, Fotos anschauen möchte usw., kann diesen Link öffnen:

http://www.hl-aktuell.de/projekte/hshs/hshs1516/blog/

 
 

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