Kunstprojekt

Klassen 8 a/b/c

Eine Frage des Standpunkts – die achten Klassen zeichnen und malen perspektivisch

 

Nach einem Jahr Musikunterricht haben die achten Klassen wieder Kunst. Viele zeichnen von sich aus schon gern, andere sind unsicher, was sie erwartet. In verschiedenen Stationen lernen die Schülerinnen und Schüler – in ihrem individuellen Tempo und mit Hilfe der Klassenkameraden – realistische Bilder zu gestalten: perspektivische Zeichnungen von Städten und Gegenständen, Collagen, die eine räumliche Illusion schaffen, farbige Landschaften, die eine Tiefenwirkung haben.

Ein Artikel, den Emma Sundt aus der 8b geschrieben hat, gibt Einblicke in die Arbeit der Schüler. Sie hat für diesen Artikel Arbeiten ihrer Mitschüler ausgewählt, die sie besonders gelungen findet.

Elisabeth Kampmann, Kunstlehrerin

 Kunst-Galerie

Als das erste Mal der Kunstraum (nach dem Erklimmen vieler Stufen) betreten, das Material herausgeholt und eine Sitzordnung festgelegt wurde, hatten wir uns bereits an den Schulalltag gewöhnt. Nun kam die Einleitung in unsere Arbeit: Stationen, bei denen wir mit verschiedenen Darstellungsmethoden unserer Fantasie freien Lauf lassen sollten. In diesem Artikel werden wir auf die verschieden Methoden eingehen und Ihnen Beispielbilder der 8. Klassen zeigen.

 

Die erste Station: Parallelperspektive

Was ist das überhaupt und wofür braucht man diese Methode? Mit der Parallelperspektive wird die räumliche und die körperliche Gegebenheit eines Körpers auf einer Fläche dargestellt. Zum Beispiel werden 3D-Buchstaben, Quader oder Würfel häufig mit dieser Methode gezeichnet. Mit der Parallelperspektive kann man verschiedene Körper dreidimensional wirken lassen. Die Tiefenlinien (in die Tiefe führenden Linien) müssen schräg im Winkel von 45° gezeichnet werden. Außerdem müssen sie um die Hälfte der Senkrechten und der Waagerechten verkürzt werden. Dies ist der Unterschied zu der Zentralperspektive, wo alle Tiefenlinien auf einen so genannten Fluchtpunkt zu laufen. Jetzt kennen wir das Vorgehen bei der Parallelperspektive, nun müssen wir nur noch Bauten mit verschiedenen Körpern zeichnen. Das können komplexe oder einfache Bauten sein. Man könnte mit Würfelnn Häuser, Wände und sogar Bäume erschaffen. Sie sehen, mit der Parallelperspektive kann man sich kreativ ausleben oder das Bild einfach halten und den eigenen Namen in 3D-Buchstaben setzen. Hier sehen sie nun einige Beispiel-Bilder.  

Die zweite Station: Einfache raumschaffende Mittel

Es gibt verschiede Arten, Körper größer bzw. kleiner wirken zu lassen. Als erstes muss der Eindruck hervorgerufen werden, dass sich die Dinge in einem räumlichen Zusammenhang befinden; dies wird mit dem ‚Höhenunterschied' und der Staffelung erreicht: Dinge, die auf dem Zeichenblatt weiter oben platziert werden, scheinen hinter den anderen zu liegen. Wenn man zum Beispiel eine Berglandschaft malt, werden die Berge, die weiter vorne liegen, größer und die, die hinten liegen, kleiner gemalt. Wenn man so eine Berglandschaft zeichnen möchte, kommt noch ein Mittel hinzu: die ‚Größenabnahme' oder ‚Verkleinerung nach Hinten'. Diese erklären sich anhand ihrer Namen schon selbst. Außerdem sollten sich die Körper teilweise „überschneiden", damit ein realistischer Effekt erzeugt wird: Die Körper, welche unvollständig sind, scheinen sich weiter hinten zu befinden. Wenn diese Überdeckung in regelmäßigen Abständen erfolgt, handelt es sich um eine ‚Staffelung'. Diese Mittel werden wir Ihnen hier noch einmal bildlich darstellen.

Die dritte Station: Licht und Schatten

Mit dem gezielten Einsatz von Licht und Schatten wird die räumliche Wirkung eines Körpers erzeugt. Dabei muss man darauf achten, von wo das Licht kommt und wie der Lichteinfall ist, denn diese legen fest, wo sich der Schatten befindet und wie er „verläuft". Es gibt zwei Schatten von Körpern, zwischen denen man unterscheidet: einmal den Körperschatten, welchen der Körper je nach Lichteinfall auf seiner Form trägt, sowie den Schlagschatten, d.h. der Schatten, den der Körper je nach Lichteinfall wirft. Bei der Schattierung ist es wichtig, dass mit unterschiedlichen Schraffuren gearbeitet wird. Diese müssen auf die Form des Körpers abgestimmt sein, sonst kann es passieren, dass die Körper gegensätzlich schraffiert sind. Die achte Klassen bekamen Äpfel, Tassen oder auch kleine Kürbisse, die sie zeichnen sowie schattieren sollten. Bei den Äpfeln wurde mit feinen halbmondähnlichen Strichen auf der Fläche gearbeitet, diese sahen am Ende oval aus. Der Schatten hingegen wurde mit waagerechten Linien gezeichnet.

Hier die Tassen und Äpfel der 8. Klassen (Kürbisse wurden nicht so häufig gezeichnet).

Station 4: Größenbeziehung

Bei dieser Station war es wichtig, dass zwei der wichtigsten raumschaffenden Mittel eingehalten werden. Das erste ist die Größenbeziehung. Sie ist so ähnlich wie der Höhenunterschied, denn je kleiner ein Gegenstand im Verhältnis dargestellt ist, umso „ferner" erscheint er. Wenn ein großer neben dem kleinen Gegenstand aufgereiht ist, denkt man, dass er „näher" gelegen ist. Dazu kommt die unterschiedliche Höhenlage. Dieses Mittel wird verwendet, wenn man einen Gegenstand, der in einer Linie mit anderen Gegenständen steht und so gleich groß mit den anderen Gegenständen scheint, etwas „höher" platzieren möchte. Dies wird gemacht, damit es so aussieht, als ob er weiter entfernt bzw. hinten liegen würde. Mit dem Größenunterschied und der unterschiedlichen Höhenlage können „natürliche" Bilder/ Collagen oder „unnatürliche" Bilder/Collagen erschaffen werden. Die achten Klassen bekamen die Aufgabe, mit Zeitungs-/Zeitschriftenmaterial eine „natürliche" und eine „unnatürliche" Collage zu erstellen. Hierbei sollte man die eben genannten Mittel beachten. Damit Sie sich etwas unter natürlichen und unnatürlichen Collagen vorstellen können, werden wir Ihnen eine kurze „Erklärung" geben. Eine natürliche Collage ist eine Collage, bei der das „Leben" auf dem Papier so aussieht, als würde es gerade vor unseren Augen passieren, zum Beispiel ein Spielplatz, auf dem Kinder spielen. Im Vordergrund befindet sich ein Kind, welches Springseil springt, dahinter der Spielplatz mit den anderen Kindern und dahinter die Hochhäuser. Wenn man das Glück hat und all solche Gegenstände und Figuren in Zeitschriften oder Zeitungen findet, damit sie auch in das vorgesehene Bild hineinpassen, kann man so eine natürliche Collage gestalten. Eine unnatürliche Collage wäre eine Collage, bei der willkürlich Dinge bzw. Figuren platziert sind. Zum Beispiel ist im Vordergrund eine Wiese aus Gemüse, dahinter befindet sich die zertrümmerte Skyline von New York, die für das neue Parfum als Werbung diente, durch die Luft fliegen Kühe aus der aktuellen Butter-Werbung und zu allem Überfluss liegen auf Wolken die neusten Sonderangebote des Supermarkts um die Ecke. Dies wäre eine unnatürliche Collage.

 
 

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