Geschichte an der Goethe-Schule

Stele an der Goethestraße hält einen Teil dunkler Geschichte fest

 Vortrag der Geschichte-AG zum Thema: Jüdisches Leben in der Goethe-Straße am 06. März

Die Goethestraße und mit ihr die Goethe-Schule sind Orte, an denen sich fast die gesamte Geschichte der Stadt Bochum wiederfinden lässt. Ein besonders furchtbarer Teil davon sind der Nationalsozialismus und die Judenverfolgung.

In einem eindrucksvollen eineinhalbstündigen Vortrag stellte die Geschichts-AG, bestehend aus Schülern und Schülerinnen der Q2 sowie den Lehrern Katrin Schneider und Tobias Ossmann, diese Geschichte vor. Auch andere Experten wie Dr. Manfred Keller waren dabei.

Auf einer Gedenkveranstaltung zum Nationalsozialismus und der Judenverfolgung im Jahre 2012 wurde der AG klar, dass Grausamkeiten, wie Fremdenhass und Deportation, sich nicht nur in der Ferne, sondern vor Ort, in und um unsere Schule, ereignet haben. Die Schülerinnen und Schüler hatten den Wunsch, Verantwortung zu übernehmen, und beteiligten sich so an dem stadtweiten integrativen Projekt „Orte der Erinnerung", das dem Vergessen der jüdischen Geschichte in Bochum entgegenwirken soll:

In der ganzen Stadt soll ein sogenannter Stelenweg errichtet werden, bestehend aus 10 bis 12 gläsernen Gedenktafeln mit wissenswerten Informationen über das jüdische Leben, platziert an authentischen Stellen.

Durch die genaue Darstellung des Schicksals einer damals in der besagten Straße wohnhaften jüdischen Familie hat die Geschichts-AG etwas Großartiges erreicht: Sie durfte die dritte Gedenkstele gestalten, die im November 2013 am Eingang der Goethestraße platziert und eingeweiht wurde.

Dafür erforschten die geschichtsinteressierten Goethe-Schüler die Geschichte der Straße, die Lebensläufe und die Schicksale einiger früher dort wohnenden Juden. Genaueste Informationen wie ihr Beruf, ihr Stand und ihre Rolle in der Gesellschaft waren ein Teil des Vortrags.

Das Interessante dabei: Viele jüdische Kinder gingen damals selbst zur Goethe-Schule. Dadurch konnten auch Augenzeugenberichte eingebracht werden: Manche Lehrer begrüßten die Schüler mit dem Hitlergruß, der damalige Schulleiter Dr. Bergmann bestrafte dagegen Antisemiten in der Öffentlichkeit.

In einem Teil der deutschen Geschichte repräsentierten die Nationalsozialisten unsere Schule. Dadurch wurde die Verpflichtung, etwas zum Gedenken an die Opfer beizutragen, noch größer.

Auf jeden Fall hat sich die aufwändige  Arbeit gelohnt. Das Ergebnis ist eine auffällig gestaltete, sehr informative Gedenktafel, die jedem zur Verfügung steht.

Ein kleines Stück der schlimmen deutschen Geschichte wird in dieser Stele veranschaulicht und festgehalten.

In den von Herrn Lohmann gesprochenen Abschlussworten sprach er allen Beteiligten, vor allem den Schülern, die das Projekt in ihrer Freizeit bearbeitet haben, größten Respekt aus.

Er ist „überrascht und zugleich erschreckt" über das außerordentliche Engagement aller Beteiligten.

(Nils Niekamp - Literatur AG)

Radio Berichterstattung von Radio Bochum 98.5 (Fabian Mirko May)

 
 

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