Ein Jahr in den USA

Simon Spengler berichtet über seine ersten fünf Monate

Für 12 Monate weg von der Heimat? Alle Freunde und die Familie zurücklassen? Alles, was einem vertraut ist? Die eigene Sprache, die eigene Kultur, heimisches Essen und vieles mehr…

Für viele hört sich das unvorstellbar an, für mich wie ein riesengroßes Abenteuer. Ich heiße Simon Spengler, bin 16 Jahre alt und lebe derzeit für ein Jahr in Kentucky, USA. Natürlich war auch ich mir nicht ganz sicher, was mich in diesem Jahr erwarten würde. Viele Fragen gingen mir durch den Kopf: Was passiert, wenn ich Heimweh bekommen werde? Komme ich mit der Sprache zurecht? Werde ich neue Freunde finden? Mittlerweile, nach ungefähr vier Monaten kann ich sagen, dass die Entscheidung ins Ausland zu gehen, eine der besten meines Lebens war! Seit dem ersten Tage bin ich ein festes Mitglied meiner amerikanischen Familie, ich habe viele neue und feste Freundschaften geschlossen, meine Englischkenntnisse haben sich total verbessert und auch in der neuen Schule läuft es gut.

Einen großen Anteil daran, dass es mir so gut geht, hat PPP. PPP steht für das Parlamentarische Patenschafts- Programm und ist ein gemeinsames Programm des Deutschen Bundestages und des Kongresses der USA. Schüler im Alter von 15-17 Jahren können sich für dieses Programm aus allen Teilen Deutschlands bewerben Als PPP - Stipendiat bekommt man ein Vollstipendium für ein Jahr in Amerika. Eine tolle Unterstützung leistet auch die Austauschorganisation Experiment e.V. Experiment e.V. und die amerikanische Partnerorganisation CIEE haben bestens für mich gesorgt bzw. begleiten mich bis zum Ende meines Auslandsjahres. Als PPP - Stipendiat ist man auch dazu verpflichtet, an einem Vorbereitungsseminar teilzunehmen. Dazu verpflichtet? Diese Wortauswahl würde ich nie wieder in den Mund nehmen, denn diese Woche war eine der besten meines bisherigen Lebens. Nach einer Woche mit viel Spaß, vielen neuen Freunden, aber auch vielen neuen, interessanten Erkenntnissen über die Vereinigten Staaten, über Deutschland, aber auch über einen selbst, fühlte ich mich besser vorbereitet, als ich mir es je hätte vorstellen können.

Am 08.08.2013 ging das Abenteuer dann los. Nach langen und herzlichen Verabschiedungen von Freunden und Familie, stieg ich in das Flugzeug, welches mich in ein ganz neues Leben bringen sollte. Die ersten zwei Tage verbrachten alle Austauschstipendiaten aus Deutschland und erstmalig auch die amerikanischen Austauschschüler zusammen in Washington, um nochmal die letzten Informationen zu erhalten und auch mal dem Weißen Haus einen Besuch abzustatten.


Aber dann am 10.08 war es soweit. Mein Flieger ging nach Louisville, Kentucky. Kentucky? Kentucky Fried Chicken? Ja, dies war die Reaktion, die ich meistens bekam, aber in den letzten vier Monaten lernte ich Kentucky von seinen schönsten Seiten kennen und weiß auch zu schätzen, dass man nicht nach Kalifornien, Florida oder New York kommen muss, um ein perfektes Auslandsjahr zu haben, Nein meiner Meinung ist Kentucky der perfekte Ort dafür.

Was diesen Ort zum einem so perfekt für mich macht, ist die Familie, die ich hier habe. Meine Familie besteht aus einem Vater, einer Mutter, zwei Schwestern, einem Bruder, einem Hund und einer Katze. Seit dem ersten Tag fühle ich mich wie ein festes Familienmitglied. Meine Familie kümmert sich um mich wie, als wenn ich seit 16 Jahren ihr eigenes Kind wäre. Immer wird Rücksicht auf mich genommen, es wird mir geholfen, wo es geht und wir haben einfach viel Spaß zusammen. Besonders mit meinem 17-jährigen Bruder verstehe ich mich bestens! Ich war sehr froh, als ich die Nachricht bekam, zum ersten Mal in meinem Leben einen Bruder zu haben. Mittlerweile sind wir nicht mehr wie Gastbrüder, wir leben zusammen wie echte Geschwister.

 

Zusammen mit ihm gehe ich auf die St. Francis High School. Bevor ich in die USA kam, war ich ein bisschen besorgt. Nur 150 Schüler auf der ganzen Schule? Das ist ja so groß wie meine Stufe in der Goethe Schule? Am Ende stellte sich heraus, dass diese Schule meine Traumschule für ein Austauschjahr ist. Schon am ersten Tage fand ich viele neue Freunde und im gleichen Tempo ging es auch so weiter, so dass ich mittlerweile total integriert bin in Klubs, Aktivitäten und Sport und alles was sonst dort so passiert. Ich kann das amerikanische Schulleben hier total genießen. Meine Lehrer helfen mir in jeder Art und Wiese, die ihnen einfallen kann und ich verstehe mich mit jedem total gut. Auch mit der Sprache wird mir sehr geholfen und jeder nimmt Rücksicht drauf, dass ich nicht Amerikaner bin. Im Gegenteil, jeder ist sehr interessiert an meiner Kultur und alle wollen möglichst viel über Deutschland wissen, so dass ich manchmal in der Schule auch mit: „Guten Tag!“, „Wie geht es dir?“ und „Auf Wiedersehen“ gegrüßt werde. So freue ich mich auch hier in die Schule zu gehen und täglich alle meine Freunde zu treffen.

Insgesamt kann ich nur nochmal zusammen fassen: Die Entscheidung ins Ausland zu gehen war eine der besten meines Lebens. Ich fühle mich in meiner neuen Umgebung total wohl und ich fühlte mich auch niemals ausgeschlossen oder fremd. Natürlich vermisst man seine Heimat, aber dank Erfindungen wie Skype oder Facebook ist man nie ganz abgeschnitten von zuhause. Meine größte Sorge war, ob mich mein neues Umfeld so aufnehmen würde wie ich bin? Diese Sorge musste ich mir eigentlich nie machen, weil ganz Kentucky wie eine neue Heimat für mich geworden ist und ich hier eine riesengroße Familie habe.

Und wer noch mehr über mich und mein Jahr in Louisville, KY, lesen möchte, ist herzlich auf meinem Blog: simongoestoamerica.blogspot.de willkommen.

Ich verabschiede mich mit einem herzlichen „Good Bye“ und „Auf Wiedersehen!“

 

Simon Spengler, ab nächstes Schuljahr in der Q1 der Goethe Schule Bochum


 

 
 

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