Ferienschule

Die Junior-Akademie 2017

„Die JuniorAkademien NRW sind eine sehr effektive Fördermaßnahme für besonders begabte Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I“. So steht es auf der Internetseite der Junior-Akademie, die ich erstmals durchforstete, als ich für diese von der Schule vorgeschlagen wurde (das war eine Voraussetzung dafür, dort teilnehmen zu können). Hört sich ja eigentlich ganz gut an, doch eine richtige Vorstellung hatte ich noch nicht gewonnen. Zuerst musste ich mich sowieso erst einmal bewerben. Zu einer Bewerbung brauchte ich auch noch ein Empfehlungsschreiben, das mir mein Klassenlehrer zum Glück sehr bereitwillig schrieb. Nach gequälten Stunden des Schreibens (War das jetzt wirklich gut so?) brachte ich es dann endlich über mich und schickte alles ab. Ich hatte mich für den Forensikkurs in Königswinter entschieden. Dann hieß es warten.
Wenige Monate später (die Akademie war mir schon fast entfallen) lag plötzlich ein Brief im Briefkasten: Ich war angenommen. Ich hatte es geschafft! Das war mein erster Gedanke, doch mit der Zeit kamen auch Zweifel. War ich überhaupt gut genug? Was für Leute werde ich treffen? Am schlimmsten war es auf der Fahrt, ich war so aufgeregt, dass ich gar nicht mehr klar denken konnte.
Als wir ankamen, wurden wir direkt freundlich begrüßt. Ich konnte mein Zimmer einräumen, welches ich mir mit einem anderen Mädchen teilen durfte.
Nach Kaffee und Kuchen gab es eine Einführung in der großen Aula des weitläufigen Gebäudekomplexes. Und da bekam ich plötzlich so ein Gefühl, welches sich später auch bestätigen sollte: Hier war ich genau richtig.
Ich hatte an diesem Abend schon meinen ersten Kurs, wo ich die anderen Leute kennenlernte, außerdem auch noch KüA, also kursübergreifende Angebote, die an diesem Abend aus Kennenlern-Spielen bestanden. Nach diesem ersten Abend kannte ich jedoch eigentlich immer noch niemanden so richtig, außer meine Zimmernachbarin.
Am nächsten Tag ging es dann richtig los. Ein Tag fing um 6.30 Uhr mit dem Frühsport an, wo ich aber nur das erste Mal hinging, um es wenigstens „probiert“ zu haben. Um 8.00 gab es Frühstück und um 9.00 ging es dann mit der ersten Kursschiene los. Diese 3,5 Stunden verbrachten wir im Kurs Forensik mit dem Protokollieren von verwesenden Ratten (hört sich ziemlich eklig an - war es auch, vor allem zum Ende hin), der Untersuchung von Blutspritzern, Fingerabdrücken, Fasern und Fußabdrücken jeglicher Art und natürlich dem Lösen einiger Kriminalfälle. Da wir uns hauptsächlich die Dinge durch Ausprobieren selber erarbeiteten, beschlich uns nie das Gefühl von Schule in den Sommerferien. Nach dieser ersten, meistens sehr intensiven Arbeitsphase gab es dann um 12.30 endlich Mittagessen. Anschließend fand von 14.00-15.30 Uhr Chorprobe statt. Die war zwar eigentlich nur an den ersten beiden Tagen Pflicht, doch bis zum letzten Tag sind alle freiwillig dabeigeblieben. Nach einer (kurzen) Mittagspause war dann um 16.00 schon wieder unsere zweite Kursschiene, diesmal aber nur zwei Stunden lang. Nach dem Abendessen begannen dann für alle die kursübergreifenden Angebote (KüA), die wir selber gestalten durften. Ob man nun Sport machen, Indonesisch lernen oder doch lieber einfach nur Karten spielen wollte – für jeden war etwas dabei. Ich nahm in einer der zwei Schienen immer am Orchester teil. Um 23.00 Uhr war dann Nachtruhe, die auch jeder nach so einem langen Tag gerne wahrnahm (meistens jedenfalls).
Natürlich gab es auch Abweichungen von diesem Prototyp eines Tages. Zusammen bestiegen wir zum Beispiel an einem Tag den Drachenfelsen mit anschließendem Grillen und Lagerfeuer. Ein anderes Mal unternahmen wir eine Exkursion nach Bonn, wo wir im Institut für Rechtsmedizin den Profis über die Schulter gucken durften. Außerdem besuchte uns auch Mark Benecke, der uns als Kriminalbiologe viel beibringen konnte.
An einer letzten Abschiedsveranstaltung konnten der Chor, das Orchester und die einzelnen Kurse sich noch den Eltern präsentieren. Danach folgte die lang gefürchtete Verabschiedung, wo auch die eine oder andere Träne floss. Die zehn Tage an der Akademie gingen viel zu schnell vorbei, dennoch konnte ich enge Freundschaften, Erfahrungen und eine Menge Wissen mitnehmen und ich würde, trotz anfänglicher Zweifel, jedes Mal wieder teilnehmen.

 
 

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